Bericht über die Installation einer Solaranlage für ein Krankenhaus in Lamagaun sowie die Reparatur unserer Schule in Chhekampar und die Verteilung von 460 Dampfdrucktöpfen an alle Familien im Tsum Tal im April 2016

Lama Pasang aus dem Tsum Tal richtet seit zwei Jahren erfolgreich ein Krankenhaus mit Geburtenstation in Lamagaun ein. Lamagaun ist ein einsamer Ort, welcher jedoch den Vorteil hat, dass er relativ zentral im Oberen Tsum Tal liegt und so für viele leicht zu erreichen ist.

2015 wurde Chumba von Lama Pasang sowie einigen Dorfbewohnern angesprochen, ob er nicht eine Solaranlage für das Krankenhaus beisteuern könnte. Lama Pasang hat die letzten zwei Jahre Erstaunliches auf die Beine gestellt: Das Gebäude steht soweit. Ein guter Arzt ist dort angestellt. Medikamente sind vorhanden … allerdings fehlt es an Strom! Sein Wunsch war, dass man in den Räumen Licht haben sowie dass man gegebenenfalls den Geburtenraum im Winter heizen kann. Auch ist der langfristige Wunsch kleine technische Geräte wie zum Beispiel Ultraschall in der Krankenstation zu haben.


Schild des Krankenhauses

Da Chumba selbst schon mitbekommen hat, wie eine junge Frau bei der Geburt eines Kindes im Tsum Tal gestorben ist, ist es uns schon lange ein persönliches Anliegen eine Krankenstation aufzubauen. 2012 unternahmen wir dafür einen ersten Versuch, wo wir allerdings dann lernen mussten, dass es sowohl unser Know How als auch unser Budget überfordert. Umso mehr freuen wir uns nun uns bei einem Krankenhausprojekt im Tsum Tal aktiv beteiligen zu können!

Die Wege ins Tsum Tal waren nach dem Erdbeben 2015 auch im April 2016 noch nicht begehbar. So musste Chumba einen großen Hubschrauber anheuern, der für uns die Solaranlage hochbrachte. Gleichzeitig erkundigte sich Chumba, was sonst noch hoch geflogen werden musste, sodass der Hubschrauber maximal genutzt wurde.


Mit zwei Technikern sowie anderen Helfern aus dem Tsum Tal flog Chumba dann nach Lamagaun.


Oben im Tsum Tal angekommen – vorne rechts Chumba

Dr. Dinish Geshing wurde von Lama Pasang angestellt. Er kommt aus dem sehr weit entfernten Ost-Nepal. Seine eigene Familie hatte während des Erdbebens alles verloren, sodass er dankbar diesen Job weit oben in der Pampa angenommen hat. Er macht nun gute Arbeit im Tsum Tal. Auch Lama Pasang kommt regelmäßig in dem Krankenhaus vorbei. Er kennt sich gut mit tibetischer Kräuterkunde etc. aus. So wird das Krankenhaus von der Bevölkerung schon sehr gut akzeptiert und angenommen.
Chumba konnte insgesamt eine Solaranlage mit 5000 Watt für das Krankenhaus sowie 10 Matratzen bringen.

Hier ein paar Bildeindrücke, was dort gerade in Zusammenarbeit verschiedenener Menschen unter Leitung von Lama Pasang aufgebaut wird:

Krankenbett Behandlungsraum
Apotheke Gang zum Behandlungszimmer
Maultiere transportieren vom Fluss Sand für das kleine Kloster, welches dem Krankenhaus mit einem Neubau angeschlossen wird. Alte Stupa im Innenhof des Krankenhauses, wo davor gerade ein kleines Kloster von Lama Pasang errichtet wird
Unsere Solaranlage wird aufgebaut ( links: Dr. Dinish Geshing hilft fleißig mit).
Neue Power-Station für das Krankenhaus Chumba vor der Solarstation

 

Erste Ergebnisse

Durch die Einrichtung der Solarstation ist das Krankenhaus nun mit Strom versorgt. Die Räume haben Glühbirnen bekommen und können dadurch beleuchtet werden.
Im Winter wird die Geburtenstation beheizt werden können, sodass die Frauen leichter gebären können.
Nun können medizinische Geräte für kleinere OPs in Betrieb genommen werden. Wir halten Ausschau, ob hier Ärzte zum Beispiel ein altes Ultraschallgerät für uns haben.

Licht in den Krankenzimmern Licht in der Apotheke

 

Licht im Außenhof Licht in der Krankenhausküche

Schwierigkeit

Es ist sehr schwer ausgebildete Mediziner für solch abgelegene Gegenden zu bekommen. Dr. Dinish Geshing ist nur deswegen, fernab von seiner Familie dort oben, weil er durch das Erdbeben zuhause alles verloren hat. Chumba hat zwei Ideen, wie wir Lama Pasang unterstützen können, dass das Krankenhaus weiterhin gute Ärzte hat:

  1. Er will Dr. Dinish Geshing sein Herzenswunsch erfüllen und ihm das nächste Mal ein Tablet mitbringen, sodass dieser sich die lange Zeit in der einsamen Ebene modern vertreiben kann
  2. Dugpa Rinpche, welcher auch ein Kloster im Tsum Tal hat, sorgte für die Schulausbildung eines sehr armen, jedoch hochintelligenten Waisenmädchen aus dem Tsum Tal namens Pema Choden Lama. Da sie ihre Schulausbildung hervorragend absolviert hat, wurde ihr nun ein Platz an der Uni für ein Medizinstudium angeboten. Die Tsum Community hat Chumba gebeten das Medizinstudium für Pema Choden Lama zu finanzieren. Wir tun dies nun in der Hoffnung, dass Pema nach Abschluss ihres Studiums in ihre Heimat zurückkehrt und dort ein paar Jahre lang als Ärztin arbeitet.

Außerdem konnte Chumba an unserer Schule in Chhekampar vorbei gehen um Geld für deren Reparaturen vorbei zu bringen. Die Schule war durch das Erdbeben teilweise beschädigt worden. So hatte er im vergangenen September dem Dorf den Auftrag gegeben die Schule wieder herzurichten. Bei seinem Besuch Ende April waren alle Familien oben in den Bergen um Kräuter zu sammeln, sodass zu dieser Zeit leider kein Schulbetrieb stattfand – aber auch die Leute, welche die Schule repariert hatten, waren oben in den Bergen, sodass Chumba die Reparaturkosten erst bei seinem nächsten Besuch zahlen kann.

Die Ecke der Schule, welche repariert wurde Chumba vor der Schule in Chhekampar

Dampfdrucktöpfe

Im Herbst 2015 hatte Chumba auch dem Oberen Tsum Tal Dampfdrucktöpfe versprochen. Allerdings konnte er nur einen günstigen Hubschrauberflug finden, mit dem er dann zuerst dem ärmeren Unteren Tsum Tal diese Töpfe brachte. Er bat einen Freund in Katmandu eine billige Möglichkeit zu finden die Kochtöpfe hoch zu bringen. Die 460 Kochtöpfe wurden so lange in der Rachen Gompa, einem großen Nonnenkloster bei Lamagaun, aufbewahrt.

Auch hier teilte Chumba die Töpfe selbst aus. Jede Familie aus dem Oberen Tsum Tal bekam einen solchen Dampfdrucktopf. Alle waren glücklich, zumeist kam eine Person aus den Bergen und nahm für 3 bis 5 Familien die Töpfe mit nach Hause. Die Kräuter, welche die Familien in dieser Zeit gesammelt hatten, mussten dann mit demjenigen geteilt werden!

Diese Dampfdrucktöpfe hatte Chumba schon im September gekauft und bezahlt. Es sind hier keine weiteren Kosten für uns entstanden.

Ankunft von Chumba in der Rachen Gompa in der Nähe von Lamagaun
Auch hier bekam wieder Dorf um Dorf nach Namensliste die Töpfe.


Chumba mit seinem Helfertrupp (vorne im Bild Chumbas Schwester)

Was ist im Frühjahr 2016 geschehen

  • Installation einer Solaranlage mit 5000 Watt inklusive großen Batterien
  • Kauf von 10 neuen Matratzen für das Krankenhaus
  • Reparatur unserer beschädigten Schule in Chhekampar
  • Verteilung von 460 Dampfdrucktöpfen im Oberen Tsum Tal
  • Teilfinanzierung des Medizinstudiums von Pema Chodon Lama

Vorausschau Herbst 2016

Durch die Erdbeben haben Bäche ihren Verlauf teilweise geändert, s dass einige Dörfer nun kein Wasser mehr haben und die Bewohner weitere Wege bis zur nächsten Wasserstelle gehen müssen. Im Herbst 2016 will Chumba wieder ins Himalaya gehen um Wasserleitungen zu legen. Dies hat seiner Ansicht nach im Moment oberste Priorität! mehr...



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