Bericht über den Bau einer Wasserleitung in Hawadanra sowie die Installation eines Satellitentelefons in Ripchet

2013, nach der Fertigstellung der Schule in Ripchet, kam Chumba nach ca. zwei Stunden strammen Marsches bei tropischer Hitze und ohne Wasser am Rastplatz Hawadanra an. Er fragte nach Wasser, aber die Betreiberin gab ihm keines. Der Grund war, dass ihr Mann einen Schlaganfall erlitten hatte. Sie muss nun alleine alles Wasser ca. 15 Minuten zu Fuß weiter unten vom Fluss holen und hoch tragen um ihre Existenz durch Teeverkauf zu sichern. Da dieser Ort an einer zentralen Stelle liegt und ganze Handelskarawanen vorbei ziehen, versprach Chumba, dorthin eine Wasserleitung zu legen, sodass der Lebensabend des kinderlosen Ehepaares gesichert ist und Mensch und Tier auf der Strecke Wasser bekommen können.

Erstes Ergebnis

Innerhalb von 14 Tagen konnte von einem ca. zwei Kilometer entfernt liegenden Wasserfall eine Wasserleitung hinunter gelegt werden. Die alte Frau muss kein Wasser mehr tragen, Wanderer können sich erfrischen und haben zu trinken. Auch sorgt eine kleine Solaranlage für ein etwas Strom, sodass das Ehepaar bei Nacht ein wenig Licht haben kann.

 

Das kleine Wunder beim Bau der Wasserleitung

Chumba wollte keine teure Wasserpumpe kaufen, um von weiter unten das Wasser hoch zu pumpen. Solche Pumpen kann in dieser Gegend kaum jemand warten und die Gebirgsbäche reißen diese oftmals bei Hochwasser hinweg.

Chumba wollte das Geld lieber den Menschen dort zu kommen lassen. 
So musste er, um die Wasserleitung zu bauen, in einem höher gelegenen Dorf Arbeiter dafür anheuern. In dieser Gegend des Himalayas kann man niemals nur ein paar Leute aus einem Dorf Arbeit geben, da sonst die anderen eifersüchtig werden und einem die Arbeit schwer machen. In diesem Fall war das Legen einer Wasserleitung für das ganze Dorf ein Riesenglück, denn durch einen großen Erdrutsch in der Monsunzeit war ihre gesamte Ernte zerstört und sie hatten kein Geld, sich den teuren Reis zu kaufen. Das ganze Dorf half bei der Verlegung der Wasserleitung mit. Es verdiente so genügend Geld um sich Reisvorräte zu kaufen. Chumba erzählte, dass nach getaner Arbeit und bezahltem Lohn die Leute alle sofort runter ins Tal rannten, um sich Reis zu kaufen.

 

Schwierigkeit

Die Wasserleitung musste vom Wasserfall über ein sehr abfälliges Gelände bis hinunter nach Hawadanra gelegt werden. Um dort oben einen Wassertank zu bauen, mussten die Träger unter extremen Bedingungen Zementsäcke und Kieselsteine hoch tragen. 

Die Menschen vor Ort rieten Chumba, die Wasserleitungen weitest möglich, also ca. zehn Zentimeter unter die Erde zu legen, um sie vor Steinschlag, Witterung und Sonne zu schützen. Es war richtig viel Arbeit all dies von Hand zu tun.

 

Satellitentelefon für Ripchet

Beim Bau der Schule in Ripchet 2013 erlebte Chumba, wie eine kranke alte Frau einen Tag Fußmarsch runter zum nächsten Arzt getragen werden musste. Immer wieder sterben dort auch Frauen und/oder Kinder bei der Entbindung. So versprach Chumba den Bewohnern des Ortes, dass er 2014 ein Satellitentelefon dort installieren werde, sodass sie von dort aus bei Bedarf Hilfe rufen sowie natürlich auch einmal ihre Familie anrufen können.

Die Dorfbewohner wurden sich einig, dass alle zum tatsächlichen Kostentarif von dort aus telefonieren können. Ein kleiner Aufpreis wird bei jedem Anruf bezahlt und für anfallende Reparaturen verwaltet. Ein Dorfbewohner hat die Betreuung der Telefonanlage übernommen. Der Betreuer der Anlage bekommt für seine Arbeit die zweite Leitung kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

Besuch unserer Schule in Ripchet

Beim Bau der Schule in Ripchet 2013 äußerte die Dorfgemeinschaft den starken Wunsch die Schule auch für die Dorfversammlungen zu benutzen. Da der Platz jedoch sehr klein war, versprach Chumba den Leuten einen finanziellen Zuschuss von 1.200,-€ für Materialkosten, wenn sie sich selbst einen eigenen Versammlungsraum bauen. Zu unserer großen Freunde fand Chumba bei seinem Kommen den Versammlungsraum 2014 schon fertig erstellt!

Was ist 2014 geschehen

 

  • Bau einer Wasserstelle für den Rastplatz Hawadanra, weil der Betreiber einen Schlaganfall erlitt
  • Fast keine Materialkosten. Die Gelder sind hauptsächlich zu der einfachen Bevölkerung und vielen Trägern etc. geflossen, da gemeinsam mit ihnen die Wasserleitung vom Wasserfall über eine Strecke von ca. zwei Kilometern verlegt wurde.
  • Eine weitere Lehrerin unterrichtet nun in Ripchet.
  • Ripchet hat nun ein Satellitentelefon und ist so im Notfall nicht mehr komplett von der Welt abgeschnitten.
  • Die Dorfgemeinschaft von Ripchet hat einen Anbau an die Schule eigenverantwortlich fertig gestellt, um dort ihre Dorfversammlungen abhalten zu können.
  • Die Schule wurde von uns mit benötigtem Lehrmaterial versorgt.
  • Chumba steht regelmäßig mit seinem einheimischen Freund Norbu in Kontakt, sodass er immer auf dem Laufenden gehalten wird. Norbu repräsentiert ihn vor Ort.

 

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  rastplatzbetreiberChumba und die Rastplatzbetreiber an der fertigen Wasserstelle


Hier finden Sie Bilder, die den Bau einer Wasserleitung in Hawadanra sowie die Installation eines Satellitentelefons in Ripchet 2014 dokumentieren. Ziel unserer Projektes war nur mit lokalen Handwerkern und Arbeitskräften zu arbeiten, damit der Wohlstand die Menschen erreicht, die ihn besonders brauchen. So sind die gesamten Spendengelder direkt an die Familien vor Ort geflossen. 

rastplatzbetreiber 

Chumba und die Rastplatzbetreiber an der fertigen Wasserstelle

wasserholen 

So musste die Frau bisher mindestens zehnmal am Tag Wasserholen gehen.

solaranlage 

Des Weiteren kaufte Chumba noch eine kleine Solaranlage für die Raststelle, sodass die alte Frau am Abend Licht hat.

hauptstrasse 

Blick von der Raststätte auf die Hauptstraße, welche zu über sechzig Dörfern führt. Ganze Karawanen und weit über hundert Träger ziehen hier täglich vorbei. Während eines dreistündigen Fußmarsches war keine Wasserstelle direkt am Weg zu finden.

zementsack 

Mit Zementsäcken auf den Rücken und barfuß oder in Flip-Flops mussten teilweise schwierige Wege hinauf zum Wasserfall gegangen werden.

graben 

Arbeiter graben die Wasserleitung in die Erde.

satschuessel 

Die Satellitenschüssel ist nun installiert. Um die Anlage in Betrieb zu nehmen musste Chumba extra aus Katmandu einen teuren Telefonfachmann mit Lizenz hoch kommen lassen.

versammraum 

Hinten im Bild ist der neue Anbau für die Dorfversammlungen zu sehen.

schule 

Unterricht einer Schulklasse in Ripchet

Unsere Schule hat nun insgesamt 28 Schüler. Da nun auch viele Mütter Interesse zeigen lesen und schreiben zu lernen, hat Chumba eine weitere Lehrerin dafür eingestellt.

buecher 
Wieder unten im Tal in Arugath angekommen, kaufte Chumba noch Schulbücher, Hefte, Stifte und mehr für die Schule in Ripchet. Chumba schickte dann einen Träger mit den Sachen hoch zu unserer Schule.

 


 

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