Bericht über den Bau einer Wasserversorgung für das Dorf Langbol Khanepani Upabhokta Samiti in Dolakha im März 2025

Zertifikat ausgestellt von der Dorfgemeinschaft
Der Bürgermeister von Dolakha erklärte dazu, dass er nicht zur Zertifikatsübergabe kommen könne. Die Dorfbewohner vermuteten jedoch, dass der Bürgermeister unzufrieden sei, da Chumba direkt und erfolgreich mit den Menschen vor Ort zusammengearbeitet hatte. So konnte der Bürgermeister mit dem Projekt nicht in die eigene Tasche verdienen.

Wie es zu diesem Projekt kam:

Purna, der langjährige Mitarbeiter von Chumba, kommt aus der Gegend von Dolakha. Es hat sich bis dorthin herumgesprochen, dass Chumba erfolgreich ganze Dörfer mit Wasser versorgt. So haben sich die Dorfbewohner von Langbol auf die Suche gemacht, um Purnas Kontaktdaten zu finden. Purna hatte Chumba gebeten, ob er in dessen Heimatprovinz mal ein Projekt machen könne. Apey Lama und Purna haben dann im Herbst ´24 Langbol besucht, um sich vor Ort ein Bild zu machen, ob die Dorfbewohner wirklich Wasser brauchen und ob das Dorf so ein Projekt auch tatkräftig mit umsetzt.

Ihr Fazit: Es gab nur vereinzelte Wasserstellen im Dorf, welche zudem ca. drei Monate im Jahr versiegt waren. Frauen und Kinder hatten daher weite Wege, um Wasser zu holen. Die einzelnen Höfe hatten keine eigene Wasserzuleitung.

Wie überall im Himalaya bilden ca. 100 lose an den Hängen des Himalayas verteilte Gehöfte eine Dorfgemeinschaft von ca. 600 Menschen. So auch in Langbol. Die Häuser sind seit dem Erdbeben 2015 alle aus Wellblech neu errichtet worden. Dadurch ist es im Winter sehr kalt und im Sommer sehr heiß.

Die Bedingungen, welche Chumba an das Dorf gestellt hatte, damit er dort ein Wasserprojekt umsetzt:

  • Jedes Haus, welches eine Wasserzuleitung will, muss täglich mindestens eine Person schicken, welche bei dem Projekt mithilft.
  • Kinderlose alte Menschen müssen nicht kommen, sie bekommen trotzdem Wasser.
  • Chumba bringt Material und sein erfahrenes Team herbei, um das Projekt umzusetzen.

Projektablauf:

Im Januar 2025 haben Apey & Purna gemeinsam mit den Menschen vor Ort einen Plan ausgearbeitet, wo und wie Quellwasser gefasst werden kann und wie die Verteilung zu den einzelnen Gehöften laufen soll. Auch den Materialbedarf haben sie vor Ort ausgerechnet.

Eine Quelle weit oberhalb des Dorfes sollte weiteres Wasser liefern. Von der vorhandenen anderen spärlich fließenden Quelle sollte die Fassung erneuert werden.

Beide Quellen sollten einen Haupttank mit Wasser befüllen, von dem das Wasser zu zwei weiteren Tanks geleitet werden sollte, um die an den steilen Hängen verteilten Häuser alle mit Wasser versorgen zu können.

Es brauchte insgesamt drei große neue Wassertanks sowie eine neue Quellfassung und die Reparatur einer schon vorhandenen Quellfassung.

Die Bevölkerung in Langbol ist sehr arm. Die Menschen gehören zu einer sehr niederen Kaste. Die meisten Männer verdingen sich als Träger und Bauarbeiter im benachbarten Indien -Darjeeling/Kalimpong.

Einfachste Innenausstattung der Häuser

Chumba mit Team in Dolakha beim Einkauf der benötigten Materialien

Was wir für das Projekt brauchten:

  • Drei betonierte Tanks: 3 x ca. 10.000 Liter-Tanks
  • Zwei Brunnenfassungen
  • Ca. 15.000 Meter Wasserrohre verschiedener Stärke
  • Über 170 Säcke Zement – einige davon waren für den Bau des Gemeindehauses von Langbolgedacht.
  • Vele Traktorenladungen Sand
  • Tonnen an Steinen
  • Viele fleißige Hände

Ergebnis:

  • Wir konnten auch diesmal jedes Haus bzw. jeden Weiler (mehre Häuser, die zusammen stehen, bekommen einen gemeinsamen Anschluss) mit einem eigenen Wasseranschluss versorgen!
  • Die Gemeinde Langbol hat ein eigenes Gemeindehaus, wo Beerdigungen, Feiern und Zusammenkünfte stattfinden. Das Gemeindehaus bekam einen schönen eigenen Waschplatz.

Fotodokumentation und Projektbericht:

Das Material wurde mit dem Lastwagen bis ins Dorf hochgefahren. Dolakha ist eine Tagesfahrt entfernt von Langbol. Wir brauchten drei Lastwagenfahrten für die Rohre und fünf Fahrten mit dem Traktor für Sand.

Damit der Lastwagen bis zum Dorf fahren konnte, ohne zu rutschen etc., befestigt die Dorfbewohner die Straße extra an manchen Stellen neu!

Der ganze Sand, die Zementsäcke, die Rohre und alle anderen Baumaterialien wurden dann von der Straße zum nahegelegenen Haus des Village Chiefs, also des Dorfvorstehers, gebracht. Dort wurde ein Lager eingerichtet. Von dort aus mussten die Leute sämtliche Baumaterialien auf dem Rücken an die verschiedenen Bauplätze tragen. Zur neuen Quellfassung oben waren es von dort aus zwei Stunden Fußmarsch.

Im Haus des Village Chiefs schrieb eine der Respektpersonen des Dorfes jeden Tag genau auf, wer zur Arbeit erschien.

Ca. 15 Familien erklärten zu Beginn des Projektes, dass sie nicht mithelfen und kein Wasser wollten. Der Grund war, dass dem Dorf schon mehrmals Wasser versprochen worden war, jedoch immer Korruption im Spiel gewesen war.

Als diese Familien jedoch sahen, dass die mitarbeitenden Familien tatsächlich fließendes Wasser an ihren Häusern hatten, bedauerten sie es, kein Wasser zu haben. So hielten sie Rat mit dem Dorf, welche Strafe sie auf sich nehmen könnten, um doch Wasser zu bekommen. Gemeinsam wurde beschlossen, dass die Familien, welche nicht mitgeholfen hatten, pro Familie 15.000 NRP (ca. 105,-€, was eine sehr hohe Summe in einem Selbstversorgerdorf ist) in die Gemeindekasse einzahlen müssten, um eine Zuleitung zu ihrem Haus dem Hauptkanal anschließen zu dürfen.

Alle betroffenen Familien haben diese Summe bereits einbezahlt und bekommen nun auch Wasser. Mit dem Geld sollen eventuelle zukünftige Reparaturen etc. finanziert werden.

Da die Hänge so steil sind, haben die Frauen unten im Dorf die Steine für alle fünf Betontanks klein geklopft und dann erst nach oben getragen.

Fundamentbau für einen der drei großen Wassertanks

Eine besonders schwierige Aufgabe ist das Abrollen und Verlegen der Wasserleitungen.

Besonders schwierig war in Langbol die Verlegung der Wasserleitungen über ein Flusstal, wo bei Monsun starke Wassermassen herunterunter stürzen. Die Rohre mussten unbedingt hoch genug über das Flusstal gehängt werden. Die Dorfbewohner wickelten zudem dicke Stahlseile um die Wasserleitungen, damit mit dem Wasser herabstürzende Felsbrocken die Rohre nicht wegreißen können.

Überall im ganzen Dorf werden Gräben gezogen, Rohre verlegt, angeschlossen etc.

Chumba bei der Inspektion eines der Wassertanks

Im ganzen Dorf wurde drei Wochen lang überall gearbeitet – es wurden Rohre verteilt, verlegt, angeschlossen und eingegraben, Steine für den Beton gesucht und behauen, um damit die Wassertanks einzubauen.

Apey Lama hatte die Bauaufsicht, er besprach sich täglich mit den Leuten vor Ort.

Die alte Quellfassung wurde auch saniert und vorhandene Wasserstellen wurden mit Wasserzuleitungen versorgt. Korruption zeigt sich hier so, dass zwei, drei Wasserstellen für Fotos gebaut wurden, jedoch keine Wasserzuleitungen hingelegt wurden. Vielmehr sind die Gelder dafür verschwunden.

Der große Wassertank war nun fertig.

Die Quellfassung ganz oben füllte sich nun.

Das Haus links im Bild mit blauem Dach ist das Gemeindehaus.

Bau der Wasserstelle für das Gemeindehaus

Ergebnisse unseres Projektes 2025 in Langbol:

  • 103 Häuser/ Familien bekamen eine Wasserzuleitung und Wasserversorgung.
  • Über 600 Menschen haben damit eine deutlich verbesserte Lebenssituation.
  • Das Gemeindehaus bekam einen eigenen Wasserplatz sowie Zement.

DANKE an die großzügige Unterstützung Vieler für dieses Projekt!

Da es in Langbol hauptsächlich nur Kartoffeln zum Essen gibt und da Chumba die Dorfbewohner nicht mit zusätzlichen Kosten und Arbeit belasten wollte, hat Chumba dieses Jahr noch einen Koch sowie genügend Lebensmittelvorräte mit hoch nach Langbol genommen, um für ihn und sein Team zu kochen. 😊